
Wohl nur in Frankreich kann man ein verfallenes Kloster kaufen, darin sein Familiendomizil einrichten, die ruinierte Kirche und den Rest eines Kreuzgangs zur Besichtigung freigeben und im ehemaligen Refektorium Schlafzimmer für zahlende Übernachtungsgäste einrichten. Möglich wurde das für die Nachgeborenen der Revolution im katholischen Frankreich, weil hier die Trennung zwischen Kirche und Staat sehr viel radikaler vollzogen wurde als in Deutschland. Eine der ersten Großtaten der konsolidierten Revolution war die konsequente Enteignung des Kirchenbesitzes.
Aber muss man in einer mittelalterlichen Klosteranlage in den Montagne Noir nördlich von Carcassonne die Zimmer gleich zu Rokkokopuppenstuben aufmöbeln?