
Der Centenaire in Dakar – seit Anfang der 1960er Jahre die Straße schlechthin für Aufmärsche und Demonstrationen aller Art. An normalen Tagen schlicht eine große Durchfahrtsstraße, die seit dem Bau einer parallel verlaufenden Schnellstraße an Bedeutung verloren hat. So schafft es hier selbst in der Haupverkehrszeit selbst ein Hund unbeschadet über die Straße – aber er nutzt ja auch den Zebrastreifen.
Ursprünglich als sehr gute Wohngegend für Beamtenfamilien angelegt, wird der Centenaire nach einer Phase des Niedergangs seit den 1990er Jahren von chinesischen Geschäften dominiert, die sich zunächst in umgebauten Garagen ansiedelten.


Auf einer Länge von mehr als einem Kilometer ist der Boulevard heute von etwa 200 chinesischen Läden gesäumt, die der senegalesischen Bevölkerung hier als Großhändler die billigste Version der internationalen Modetrends zugänglich machen. Kaum ein Vorgarten der ursprünglichen Reihenhäuser, der heute nicht einen chinesischen Händler aus Henan beherbergt.Nicht nur mit solchen Lastenfahrrädern wird hier ein Lebensstil gepflegt, der in China inzwischen selten geworden ist. Die meisten Händler kommen aus einfachen Verhältnissen einer wirtschaftlich eher rückständigen Region. Und doch zieht ihre Präsenz auf dieser Straße seit einiger Zeit nicht nur senegalesische Händler sondern mit dem Entstehen eines parallelen afrikanischen Marktes zunehmend auch schicke Endkunden auf Erlebnis Shopping an.
