
Das war wohl schon immer so. Was heute die Banken sind, waren früher die Pfandhäuser. Schon immer haben sich die Leute um Kopf und Kragen gebracht und das letzte Hemd verspielt oder sich im Handel gründlich verspekuliert. Leihhäuser waren oft die letzte Rettung, erfüllten aber auch eine wichtige Rolle als Quelle kurzfristiger Kredite.

In diesem Pfandhausmuseum in Macao kann man die Situation von Schuldner und Gläubiger realistisch nachspielen. Aber diese Leihhäuser gehören in Macao und Hongkong keinesfalls einer entfernten Vergangenheit an. Überall im Stadtbild sind sie noch vorhanden und funktionieren so wie vor hundert Jahren.
Der Wandel vollzieht sich in unterschiedlichen Bereichen mit sehr ungleicher Geschwindigkeit. Immobilienspekulationen gehören meist in den Bereich, der Stadt und Gesellschaft mit der größten Geschwindigkeit verändert. Hier kommt unweigerlich der nächste Hochhausklotz im Luxussegment. Und direkt dahinter leben „kleine gallische Dörfer“ weiter.

Wer sich den Luxus der Immobilienblase nicht leisten kann, wird abgehängt und lebt an der Peripherie anders.
