
Bevor die Weihnachtszeit 2013 mit dem Jahresende endgültig vorbei ist, muss dem weihnachtlichsten aller Motive Tribut gezollt werden. Und wenn man einem Motiv in Florenz wirklich nicht entgehen kann, dann ist es die Madonna mit dem Kinde.

Schier unendlich sind die Variationen, in denen diese meist jungen Damen mit ihren Babys dargestellt werden. Erinnern diese beiden ersten Tafelbilder noch sehr an Kompositionsprinzipien und Ikonographie der Gotik, finden sich in Florenz andererseits auch geradezu modern anmutende Gemälde wie das nachfolgende im Stile Bronzinos (Urheberschaft noch nicht geklärt).

Ob es sich bei diesem Ausschnitt wirklich um ein störrisches Jesuskindlein in der Trotzphase handelt, kann ich nicht mit Sicherheit sagen. In jedem Fall sitzt da ein Bambino auf der Schulter einer (Ma)donna.

Geradezu brav und statisch geriet dieses Fresco im Vergleich.

Auf diesem Ausschnitt eines wahrlich berühmten und meisterlichen Gemäldes von Ghirlandaio sieht man die betende Mutter.

Nein, Maria betet nicht die Kuh an. Das Kindlein liegt weiter unten im Bild. Wer das ganze Bild sehen möchte, begebe sich am besten direkt in die Uffizien…

Viele Madonne col bambini zierten Hausaltäre wie hier im Palazzo Davanzati. Und keineswegs handelte es sich nur um gemalte zweidimensionale Darstellungen.

Was wäre Florenz ohne die della Robbias? Einige der schönsten Darstellungen des heiligen Mutterglücks stammen aus ihrer Werkstatt. Ihre Werke weisen wirklich die höchste Vollendung auf, aber viele andere arbeiteten ebenfalls mit glasierter Terrakotta oder in Porzellan.

Solche Madonne col Bambini sind über vielen Eingangstüren in Florenz und wohl in allen Städten der Toskana verbreitet.
Wenn die meisten Mütter auch etwas verklärt dreinblicken, würdig, friedlich (wie etwa unten im Halbrelief aus weißem Marmor) oder auch schon ob des kommenden Schicksals des Sohnes sorgenvoll (wenn es nicht die Trotzphase ist, die ihnen Sorgenfalten auf die Stirn treibt), so finden sich aber auch Madonne mit außergewöhnlicher Mimik und geradezu verschmitzt dreinblickendem Gefolge.
Diese beiden schauen nun wirklich überaus weltlich und kein bißchen jenseitig religiös verklärt in die Welt.
Das wars für dieses Jahr, definitiv der letzte Eintrag 2013. Im nächsten Jahr folgen noch ein paar Bilder der Florenzreise im Oktober. Und dann geht es weiter mit anderen Orten und Themen. Prost Neujahr!





