Wechselhaft
Europe, Travel architecture, Bretagne, Camaret-sur-mer, Europe, Finistère, France, history, weather
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Camaret-sur-mer liegt – so kann man das schon sagen – an einer der äußersten Landspitzen am bretonischen Ende der Welt. Als wir dort eintrafen, war es fürs Mittagessen noch zu früh. Das herrliche Licht war verlockend – für Yingjun zum Zeichnen an der Kaimauer und für mich für eine Umrundung der Bucht.

Der Vauban-Turm, benannt nach seinem Erbauer, der sich in ganz Frankreich im 17. Jahrhundert mit unzähligen Festungsbauten verewigt hat, war Ziel meines Spaziergangs rund um das in der Ebbe freigelegte natürliche Hafenbecken. Dem heute gar nicht abschreckend wirkenden Festungsturm mit UNESCO-Welterbestatus wird eine entscheidende Rolle in der siegreichen Schlacht der Betronen gegen englisch-niederländische Truppen im Jahr 1694 zugeschrieben.

Nur leider verfinsterte sich der Himmel zusehends, und buchstäblich nach wenigen Schritten war nicht der kleinste Rest ursprünglich blauen Himmels zu sehen.

Immer bedrohlicher wurde das Szenario. Und von hier an hieß es nur noch: Rennen.

Innerhalb kürzester Zeit wurde aus dem leichten Sprühregen ein Wolkenbruch. Und bevor ich den Schutz der kleinen Kapelle erreichte, war meine Hose von vorn klitschnass. Der Regen peitschte waagerecht in meine Laufrichtung. Hätte ich mich nicht umgedreht, um schnell meine Kamera in der Regenjacke zu verstecken, hätte ich wohl zumindest mit trockenem Hinterteil den Schutz der kleinen Kapelle erreicht.

So schnell wie der Wind hier aufbriest, so schnell legt er sich oft auch wieder, um kurz darauf erneut mit noch größerer Wucht zu wehen.
