
So kennt man diese Viecher ja – wenn sie im Gehege liegen und sich des Schutzes bewusst sind, die der Zaun zwischen ihnen und gaffenden Zweibeinern gewährt. In den korsischen Hügeln und Bergen benehmen sie sich jedoch auch heute noch so, als wäre Obelix nie auf der Insel gewesen. Dabei weiß doch jeder heutige Besucher der Insel, dass die Allgegenwart unbedarfter Wildschweine für Obelix das herausragende Merkmal Korsikas war.


Dieses unbeschwerte Leben führen korsische Schweine aber wohl nur in der touristischen Off-Saison. Freunde, die im Hochsommer hier waren, waren nicht einem einzigen Schwein auf der Straße begegnet…
Zwar hörten wir auf unserer Reise nichts von Wildschweinen (sind es eigentlich domestizierte Wildschweine oder verwilderte Hausschweine?) hörten wir auf unserer Fahrt durch Korsika nichts. Doch die Gefahren für die Borstenviecher sind mannigfaltig und allgegenwärtig. Jeder will ihnen ans Leder.

Und all das nur, damit die modernen Nachfahren von Obelix sich an Würsten und Schinken laben können.

Die allerwenigsten Schweinereien, die hier verkauft werden, stammen allerdings wirklich von der Insel. In der Regel schleppen die französischen (und teutonischen) Käufer von echt korsischer Wurst und authentisch korsischem Schinken die sterblichen Überreste von festland-europäischer Schweinen, die lediglich auf der Insel veredelt und in geräucherte und luftgetroknete Aggregatzustände überführt werden.

Die Meckerköppe habens da besser. Die meisten müssen nur ihre Milch, nicht aber auch gleich ihr Leben hergeben.