Nach zwei Tagen in Taibei zog es uns bei gutem Herbstwetter hinaus ins Grüne. In Taibei bedeutet das zwangsläufig auch in die Berge. Also U-Bahn bis Endstation und dann los. Die letzte öffentliche Toilette weit und breit wartete erst einmal mit einer Überraschung auf, die erkennen ließ, wie sehr sich das Land seit meinem Studium in den 1980ern weiterentwickelt hat.
Die nächste Überraschung war das alte traditionelle Bauerhaus an der Straße. Gebaut aus Steinen und ungebrannten Lehmziegeln, angeordnet in drei Flügeln um einen offenen Hof ist es ein Relikt aus einer längst vergangenen Zeit. Und das nur wenige Kilometer vom Stadtzentrum entfernt.


Ordnungsgemäß mit Adresse und Hausnummer war das Haus sogar bewohnt. Und die Moderne hatte auch längst Einzug gehalten. Man mag von Karaoke halten, was man will.

Was hier geradezu idyllisch rüberkommt, verdeckt jedoch kaum die offensichtliche Armut, die sich hinter diesen Wohnverhältnissen am Rande Taibeis verbirgt.

Weiter des Wegs eröffnete sich dann doch noch das Panorama, dessentwegen wir den Spaziergang unternommen hatten. Nach Süden die fast unberührt scheinenden Berge (den Strommast und den Antennenturm für den Mobilfunk muss man einfach ausblenden, sieht doch fast aus wie eine Pagode) und Richtung Norden die Stadt mit dem ikonischen Gebäude, das für eine kurze Zeit einmal das höchste der Welt war.


Ein paar weitere kleine Skurrilitäten gab es auch noch am Wegesrand. Da ist die bizarre Maschine mitten im Grünen, die ihren einstigen Zweck ganz und gar nicht offenbaren wollte und nun eher wie eine moderne Skulptur daherkommt, oder die Hauswand aus Blech, deren Aufschrift die Gesetzestreue des Lastwagens herausschreit, dessen Ladefläche sie einst begrenzte. Und dann ist da noch – analog zur Johanna von den Schlachthöfen – der Buddha vom Schrottplatz.
