Und weil das so ist, ist das Angebot an Snacks schier unerschöpflich. Manch ein Uninitiierter mag vielleicht gar nicht so genau hinsehen, oder es dreht sich ihm der Magen um bei der Vorstellung, dass der ein oder andere Snack auf den eigenen teller und von dort weiter in den Mund und so weiter wandern soll. Aber das ist alles Geschmackssache. Einem Veganer wird beim Anblick geschmorter Schweinefüße eben nicht das Wasser im Mund zusammenlaufen… Ein genauer Blick lohnt aber immer. Der bewahrt einen auch davor, sich an dem Plastikbankett oben gütlich zu tun, das eine echt gelungene künstlerische Protestnote gegen die Plastikvermüllung unserer Welt ist.
Wenn sich in Taiwan allerdings irgendwo eine Schlange bis zum Horizont bildet (wenn man diesen denn in der Stadt sehen könnte), dann sollte man schon mal nachschauen gehen. Oft wartet am anderen Ende der Menschenschlange durchaus etwas leckeres – wenn man denn noch etwas abbekommt.
Hier waren es „Fleischklößchen“, eine Mischung aus Schweifleisch, Shiitake und Bambus in einer halbtransparenten, galertartigen Hülle aus Stärke, in heißem Öl gegart und mit einer süß-acharfen Sauce serviert. Beim ersten Anlauf war absolut nichts mehr zu holen für mich. Beim zweiten Versuch wäre es fast genauso geendet, hätte der Chef nicht Mitleid gehabt und mir ein eigentlich für jemand anders reserviertes Klößchen überlassen.
Auch das ist nicht aus den Straßen Taiwans wegzudenken. Kommt eigentlich aus Japan. Aber wer bei „tian bu la“ (süß nicht scharf) an Tempura denkt, liegt knapp daneben. Hier wird nichts fritiert. Vielmehr wird in Brühe oder Wasser gegart. Das Angebot reicht von Hühnermägen über Fleisch- und Fischbällchen, Tofu, Pilzen vorgegartem Rettich, geschmorten oder in Aspik versiegelten Schweinereien aller Art bis hin zu Alibigrünzeug. Am wichtigsten sind aber die gummiartigen Teile in verschiedener Form, die im Wesentlichen aus Fischmehl bestehen – so ähnlich wie Surimi.

Solche Garküchen sind mir ziemlich suspekt. Das liegt nicht an den offerierten Speisen. Aber diese vielen Gasflaschen auf engem Raum machen mir , zugegeben, ein wenig Angst.

Geschmorte Schweinereien hatte ich ja schon erwähnt. Langsam in Sojasauce mit „Weihnachtsgewürzen“ und etwas Zucker gegart, da kann man schon schwach werden.
Bratwürstchen kann jeder. In Taiwan sind sie in der Regel grob, mit dicken Fettstücken und Knorpeln, immer süß und häufig knallrot gefärbt. Dazu gibt’s rohe Knoblauchzehen. Und manchmal kann man darum würfeln und bekommt die Wurst umsonst, wenn man gewinnt.

Hier gibt es ganz besonders leckere Fischbällchen, teils mit Pilzfüllung. Ist ein Traditionsladen und steht bei jedem Besuch in Taibei auf dem Programm.

Um den Imbiss direkt gegenüber machen wir immer einen Bogen. Ich kann nicht sagen warum…

Hühnersuppe mit reichlich Fleischeinlage, portionsweise – nicht wirklich mein Fall…

