Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich trefflich streiten. Die bunt glitzernden und glänzenden Alltagsgegenstände auf dem Bazar von Kashgar sind aus unserer mittel- bis nordeuropäischen Sicht kaum kitschiger vorstellbar.

Hier liegt das für uns bizarr anmutende jedoch durchaus im Bereich der kulturell akzeptierten Norm. Wer schon einmal ein auf türkische Kundschaft spezialisiertes Möbelgeschäft irgendwo in einer deutschen Großstadt betreten hat, weiß, dass schon hier die Normen von Schönheit und Ästhetik verschoben sind.
So stellt man sich ja wohl einen orientalischen Bazar vor. All das Blitzen und Blinken erinnert an die Höhle im Märchen von Ali Baba und den 40 Räubern. Und doch sind es nur schnöde Kessel, Kannen und Thermosflaschen, die hier den grauen Alltag in der Oase etwas bunter machen.

Für uns waren aber auch die Textilien ein wenig zu grell und bunt, obwohl sie im Schatten des Marktes noch ein wenig abgemildert und mit einem satten Rotstich versehen waren und deshalb für manch einen vielleicht erträglicher erschienen.

Die Frauen in Kashgar lieben diese Farbenpracht. Und sie teilen Farbvorlieben und vor allem die bevorzugten Muster mit den benachbarten zentralasiatischen Staaten wie Usbekistan, Kasachstan oder Kirgistan, wie Bilder und Reportagen von dort beweisen…


Nur gut, dass es neben bunten Haushaltsartikeln und Textilien auch noch Handfesteres gibt, Essbares zum Beispiel.


Trauben, Tomaten, Zwiebeln, dafür ist Xinjiang bekannt. Aber auch Knoblauch darf nicht fehlen.
