Nach dem Tempelbesuch entschlossen wir uns, mit unserem Motorroller noch eine Umrundung des erloschenen Vulkans zu unternehmen, an desssen Westflanke der Tempel saß. Den östlichsten Zipfel der Insel wollten wir nicht verpassen.
Die Landschaft entwickelte sich sich durchaus überraschend. Eine Zeitlang ging es noch entlang des dicht bewaldeten Berghangs durch das Inselinnere. Sobald aber die Küste im Nordosten in den Blick kam, änderte sich die Vegetation schlagartig. Der Nordosten und auch der Osten waren knochentrocken und wirkten bisweilen geradezu steppenhaft. Wo Bäume wuchsen, waren die dürr und kahl.
Während sich an der Westflanke des Vulkans ganz offensichtlich die gesamte tropische Luftfeuchtigkeit fing und wie aus Eimern abregnete, bekam die Leeseite in dieser Jahreszeit kaum etwas von dem lebensspendenden Nass. Das hatten wir nicht erwartet.


Die Begegnung mit den Leuten führte wieder einmal vor Augen, wie ähnlich wir uns doch alle sind… Auch hier wirkten die Kids regelrecht mit den Augen an ihren Handys festgeklebt. Nur die kleine Schwester ohne war ganz offensichtlich „not amused“…
Weiter im Inland kamen dann auch endlich terrassierte Reisfelder in Sicht. Auf das kollektiv organisierte Bewässerungssystem namens Subak, das es zum Weltkulturerbe gebracht hat, habe ich ja schon im Zusammenhang mit dem Pura Taman Ayun in Mengwi hingewiesen.
Ja, der Blick über den sanften Schwung von Reisterrassen hat etwas. Allerdings muss ich sagen, dass mich nicht eine der vielgerühmten Terrassenareale auf Bali wirklich vom Hocker gerissen hätte. Da waren die Reisterrassen in den wild zerklüfteten Bergen im Süden Yunnans ein ganz anderes Kaliber.
Aber da wir auf Bali waren und offensichtlich alle Touristen eine Vorliebe für das Speisen mit Aussicht teilen, sei es am Strand oder eben überm Reisfeld, durfte ein Imbiss hier nicht fehlen.

Uns schien die Aussicht über ein paar Reisfelder das eher rudimentäre Angebot an Essen in keiner Weise aufzuwiegen. Daher fuhren wir weiter in Richtung unserer Übernachtungsstation. Diese befand sich mitten im Nichts, wenn man die üppige Natur als solches bezeichnen darf. Nahrungstechnisch zumindest ist diese Charakterisierung zutreffend.
Wir wollten authentisch lokal essen, aber es gab auf der fahrt weit und breit keine Garküche, die für uns als solche zu erkennen war. Die Hoffnung auf den Markt in dem Dorf weiter unten im Tal entpuppte sich ebenfalls als trügerisch. Der war längst beendet. Die Töpfe leer, die Feuerstellen kalt.
Eine ganz kleine Garküche im Eingang eines Hauses in einer Nebenstraße bot wenig Auswahl, war aber dennoch die Rettung. So gab es leckeres und authentisch Scharfes für ein paar Cent „to go“. Und wir hatten vor unserem Zimmer auch einen Abendimbiss mit Aussicht – und Reis.