Ganze drei alte Tempel stehen heute noch in Pingyao, der Konfuzius-Tempel, der mit seiner herrschaftslegitimierenden Philosophie nirgends fehlen durfte, der daoistische Tempel des Stadtgottes, der über Sicherheit und Wohstand wachte, und ein daoistischer Tempel, der für jede Kümmernis und jedes Anliegen irgendeinen Gott oder Unsterblichen bereithielt. Interessanterweise fehlt ein buddhistischer Tempel, um die religiöse Vielfalt zu vervollständigen. Ich nehme an, der ist irgendwann auf der Strecke geblieben, obwohl die Abgrenzung zwischen daoistischen und buddhistischen Heiligtümern in China ohnehin nie so eindeutig war. Da steht schon mal eine Guanyin oder ein Maitreya hinter dem daoistischen Hauptaltar, und verirren sich auch mal daoistische Unsterbliche an Buddhas Seite.
Hier also eine Auswahl von visuellen Eindrücken aus den beiden daoistischen Stadttempeln, denn auf einen Besuch bei Konfuzius haben wir ganz offensichtlich verzichtet.






Kein Tempel ohne Glockenturm.

Ein Torturm lässt im Halbdunkel über einer Opernbühne eine phantastische Holzdecke in Form der Acht Trigramme erahnen.
Und hinter der Bühne herrliche Lichteffekte.
Die roten Votivtafeln, die mittlerweile überall in China in Tempeln an Brückgeländern, Fenstergittern oder sonstwo mit mehr oder minder frommen Wünschen baumeln, sind eigentlich ein Import aus Japan, gab es so vor ein paar Jahren noch nicht.
Wahrscheinlich nicht höchste Kunst aber authentisch.
Völlig unbeachtet von den wenigen chinesischen Besuchern standen in einer der hintersten Ecken des daoistischen Tempels in der Abteilung Stadtmuseum einige göttliche Zeugen einer längst vergessenen Epoche.



















