Eine halbe Autostunde östlich des Bolsena Sees befindet sich ein weiterer sehenswerter Garten. Diesmal steht nicht Gartenkunst im Mittelpunkt, auch handelt es sich nicht um einen historischen Garten mit Wurzeln in der italienischen Renaissance. Vielmehr geht es hier um Kunst im Garten bzw. einen Garten, der gemeinsam mit Kunst ensteht und sich weiter entwickelt.
Während deutsche Linksintellektuelle in den achtziger Jahren in der Toskana töpferten, kauften der schweizer Bildhauer Paul Wiedmer und seine Frau Jaqueline Dolder hier im Lazio unweit von Orvieto ein kleines Tal mit Flüßchen und Bruchbude, renovierten die Bruchbude, bauten erst ein kleines, dann ein großes Atelier und Wohnräume dazu und siedelten hierher über. Paul Wiedmer begann, seine von Metall und Feuer gekennzeichneten Werke hier aufzustellen, nachdem sie von Ausstellungen zurück kamen. Seit den neunziger Jahren kamen Werke befreundeter Künstler hinzu, die auf Besuch waren. Heute ist daraus ein „Artist in Residence“ Programm daraus geworden. Gartenkunst und Kunstgarten wachsen in La Serpara organisch und aufeinader bezogen kontinuierlich weiter.
Offizielle Besichtigungszeiten gibt es nicht, aber nach Kontaktaufnahme sind Besucher offensichtlich sehr willkommen. Wir jedenfalls wurden freundlich empfangen, als wir an einem Nachmittag den Weg in das kleine Tal fanden, begleitet von der Drohung eines Gewitters, dass sich über unseren Köpfen zusammenzog. Wir schafften es nach unserem ausgedehnten Entdeckungsrundgang dann gerade noch zurück ins Auto, bevor aus der Drohung, die zuvor für herrliches Licht gesorgt hatte, dann doch noch ein richtiger Wokenbruch mit Blitz und Donner wurde.



Ein Werk, zwei Perspektiven.
Ein Werk, drei Perspektiven.
Bevor wir jetzt vor dem dräuenden Gewitter ins Auto flüchten und La Serpara und seinen netten Besitzern Adieu sagen, ist es an der Zeit, das Gehaeimnis des Titels „Hai trovato l’America!“ zu lüften. Das – Du hast Amerika gefunden – erklärt Paul Wiedmer auf seiner website, sagte ein alter Bauer zu ihm, als er nach vielen Jahren wieder einmal das Tal besuchte und die Neue Welt sah, die mit Kunst und Landschaftsgärtnerei hier inzwischen entstanden war.













