Wo z. T. ist Malang? Das fragten sich unsere Freunde, als wir ihnen bunte Bilder von unserer nächsten Station nach dem Trip zum Borobudur, der Motorradfahrt zurück nach Yogya und der Weiterreise mit der Eisenbahn sendeten. Um das Rätsel aufzulösen: Malang, immerhin auf Rang 17 der bevölkerungsreichsten Städte Indonesiens, liegt in Ost-Java und hat in der Umgebung sogar einige hinduistisch-buddhistische Tempelruinen zu bieten. Die haben wir aber nicht besucht. Malang war für uns primär Zwischenstation auf dem Weg zum Vulkan Bromo, mit buntem Besuchsprogramm im wahren Wortsinn.
Armut, schlechte Lebens- und Hygienebedingungen, Perspektivlosigkeit – man kann sich vorstellen, wie der graue Alltag in Beton einst aussah und welche Probleme daraus resultierten. Die Nachbarschaft Jodipan, noch Kampung (Dorf) genannt, obwohl das Gebiet entlang des Flusses Brantas längst zu einem Viertel der Stadt Malang geworden war, war alles andere als privilegiert. Manchmal heißt es, Jodipan war als sozialer Brennpunkt schon für Abrissbirne und Planierraupe bestimmt gewesen.
Und nun kommt eine Handvoll Studenten der lokalen Uni ins Spiel. Ob nun aus der Abteilung Event Management oder Kunst oder Werbung ist letztlich unwichtig. Ihnen wird die Idee zugeschrieben, ein wenig Farbe ins triste Grau des Kampung Jodipan zu bringen. Weil sie meinten, damit nicht nur den grauen Beton der Siedlung freundlicher aussehen zu lassen, sondern auch in das Leben der Bewohner vielleicht etwas Veränderung zu bringen.
Also wurde eine Farbenfirma als Sponsor gewonnen, die ein paar tausend Liter Wandfarbe ankarrte. 30 Anstreicher sollen dann an die Arbeit gegangen sein. Ob es wirklich einen Plan gab oder jeweils soweit gestrichen wurde, wie ein Eimer Farbe reichte, lässt sich allein vom Betrachten nicht feststellen. Das Ergebnis hat überzeugt!
Aus dem gräulichen Kampung Jodipan wurde das grellbunte Kampung Warna Warni, das Dorf der Farben. Und bald stellte sich heraus, dass die neue Farbigkeit des Seins nicht nur dem Auge des entfernten Betrachters schmeichelte. Die Dorfbewohner machten den Farbenrausch der Studenten zu barer Münze. Wenn auch nur zu ganz kleiner…
Jedem Besucher wird ein ganz kleines Eintrittsgeld abverlangt, für das es auch noch ein selbstgebasteltes Souvenir gibt, das in Gemeinschaft hergestellt wurde. Ein Tante Emma Laden, Getränke- und Andenkenverkauf, eine kleine Garküche folgten auf dem Fuße… wenn das keine wirtschaftliche Belebung ist.
Das Modell war erfolgreich. Die Besucher kommen in Scharen.
Am gegenüberliegenden Flussufer wurde aus einem ebenso grauen Betondorf das Kampung Tridi, das 3D-Dorf mit teilweise grandiosen Wandbildern mit räumlichen Effekten.
Und erst 2018 kam auch noch Kampung Biru Arema, das Blaue Dorf Arema hinzu.
Und die meisten Dorfbewohner – scheint’s – genießen das Rampenlicht. Oder sie lassen sich nicht wirklich aus der Ruhe bringen.
In jedem Fall sind diese bunten Kampungs tolle Orte für ein paar Stunden Spaß und Entspannung.


Auch wenn sich mit dem Anstrich an der Gebäudesubstanz nicht wirklich etwas geändert hat…
















