
Die wenigen verbliebenen Venezianer meiden die Mittagshitze.

Die Plätze fernab des Wassers sind verlassen.

Und alle, die es noch können, lassen Rollläden herunter und sperren die Sonne aus.

Die rundliche Fahnenträgerin auf dem alten Zollgebäude sucht nach Wind, der nicht weht.

Nur die Touristen können de Hals nicht voll kriegen, obwohl sich auch hier erste Anzeichen von Erschöpfung breit machen.
Die Gondolieri lassen sich von der Hitze nicht stören, solange die Kasse klingelt.

Wenn die Kasse denn klingelt…

Denn das Pfingstwochenende steht nicht nur im Zeichen hochsommerlicher Temperaturen sondern auch der Vogalonga. Und da ist das Monopol der Herren in ihren gestreiften Outfits temporär gebrochen.


Vogalonga, das heißt auch Protest gegen die negativen Auswirkungen der großen Kreuzfahrtschiffe, die einige hier am liebsten gar nicht mehr sehen möchten. Wunschdenken, sicherlich. Aber die Vogalonga selbst begann als Protestveranstaltung gegen den wachsenden Motorbootverkehr auf der Lagune. Und erst kürzlich wurde die Zahl der Kreuzfahrtschiffe, die Venedig anlaufen dürfen, zumindest beschränkt.
Erst am späten Nachmittag kommen die Leute langsam wieder zum Vorschein.
Die morgendliche Wäsche ist längst trocken und gebleicht.
Auf zu Aperitivo und Abendessen.




