Szenen wie diese kann man ganz vereinzelt noch in den Straßen Singapurs sehen, sie sind heute aber eine absolute Seltenheit. Noch vor fünfzehn Jahren war das anders…

Das ist jedoch schon sehr viel länger aus dem Stadtbild Singapurs verschwunden.

Das erst recht. Selbst in den touristisch-musealen Überresten von China Town geht man nicht so weit, solche Szenen nachzustellen.

Wie die folgenden Wandmalereien ins Bild passen, ist mir nicht ganz klar. Für singapurische Verhältnisse riecht das ja geradezu nach Anarchie.
Das hingegen ist harmlose gelebte Realität in Little India. Und die beiden tamilischen Filmsternchen fördern sicher auch den Gemüseabsatz.

Street Art in Singapur ist, wie könnte es auch anders sein, ganz offiziell genehmigt und bestellt. Ganz offensichtlich soll die bunte Deko die ethnische Identität der Stadtviertel hervorheben, wenn diese durch den unaufhaltsamen Wandel auch teilweise längst verblasst ist. Wie sonst wäre erklärbar, dass das muslimisch-malayische Viertel, das unter dem Namen Arab Street bekannt war, heute mit die höchste Konzentration von Irish Pubs und Tequila Bars im Stadtstaat aufweist. Little India hat sich allerdings noch viel indischen Charme bewahrt.

Warum jedoch ausgerechnet Kathakali aus Kerala identitätsstiftend auf den Wänden von Little India prangt, bleibt das Geheimnis der Stadtteilplaner.

Zumal die Mehrheit der indischen Zuwanderer von Einst Tamilen waren. Ein Hingucker sind die Wandbilder in jedem Fall.

Und manche könnten ihre Inspiration durchaus in Tamil Nadu erhalten haben.


