Wiederum nur knapp 70 Auto-Kilometer (aber mindestens 90 Minuten Fahrtzeit) nördlich des heutigen Kuqa tut sich in einer kleinen von Ost nach west verlaufenden Kette von Vorbergen des Tianshan der Mystic Grand Canyon of the Tianshan auf. Zwar kann man selbst diese Vorberge geologisch wohl nur als eine kleine Falte auf dem Antlitz der Erde bezeichnen. Doch die Tourismusentwickler sparen schließlich nirgendwo auf der Welt an Superlativen.

Von Kuqa aus überquert man zunächst den ersten Riegel von Vorbergen, passiert eine kleine Flussoase und folgt dem Lauf des Kuqa Daliya in nördlicher Richtung. Die in dieser Gegend üblichen bizarren Felsformationen säumen hier ebenso das Flusstal wie eine Bahnlinie zum Abtransport von Mineralien, die so neu ist, dass sie von Googles Fotosatelliten noch nicht aufgespürt wurde. Ist das nun beruhigend, dass Google dem Tempo der Veränderungen in dieser Weltgegend hinterherläuft?

Nach einer Rechtskurve ragt dann am nördlichen Flussufer die nächste Kette der Vorberge wie ein roter Riegel auf.


Hier öffnet sich dann – von Parkplatz und Ticket Office einmal abgesehen – sehr unscheinbar der Mystic Canyon. wenn man aber erst einmal ein paar Schritte gegangen ist, kann man sich der Faszination des Ortes kaum entziehen. Insbesondere, wenn man den Canyon im warmen Nachmittagslicht am letzten Oktobertag nach Abreise auch der letzten chinesischen Reisegruppe besucht. Obwohl, der ein oder andere durchs Bild laufende chinesische Besucher ist doch manchmal ganz nützlich, um die Dimensionen dieser Klamm richtig abbilden zu können. Wie häufig also alles eine Frage der richtigen – hier sparsamen – Dosierung…


In jedem Fall ein eindrucksvoller Spaziergang…

