Alles Essig?
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Auf dem Weg vom Gardasee nach Süden an die Adria kommt man beinahe zwangsläufig nach Modena – und legt dort eben einen Zwischenstopp ein, wenn man nicht zum xten Mal im Zentrum von Bologna einer der besten Eisdielen Italiens einen Besuch abstatten will. Modena hatte ich bis dato immer nur mit Balsamico in Verbindung gebracht, selbst wenn dieser Essig auch hier längst nicht mehr ausschließlich traditionell gefertigt und stattdessen mit Zuckercouleur aufgepeppt an den Mann und die Frau gebracht wird. Aber in Modena ist längst nicht alles Essig – wobei diese Redewendung wohl aus dem Jiddischen mit dieser saueren Würze eigentlich herzlich wenig zu tun hat.
Also Asche auf mein Haupt für die bisherige Ignoranz und das Verkennen dieses schönen Städtchens und Auf zu einem Rundgang auf der Durchreise.

Kolonnaden gibt es ja in der ganzen Gegend aus gutem Grund genug. Schön sind sie trotzdem.

Gerade in Modena lohnt sich aber auch immer wieder der Blick nach oben, wo man hoch oben an den Dächern zuweilen erstaunliche Einzelheiten entdecken kann – ein starkes Tele vorausgesetzt.


Die größte kulturelle Sehenswürdigkeit der Stadt ist die Kathedrale, die es immerhin auf die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes geschafft hat. Ende des 11. Jahrhunderts begonnen zeigt die ursprünglich romanische Kirche auch starke Elemente aus Gotik und Renaissance.
Ob die Löwen beiderseits des Portal der Kathedrale auf die Macht des nicht allzu fernen Venedigs hinweisen, oder einfach einen allgegenwärtigen Bezug zum Evangelisten Markus herstellen, wer weiß? Die Schmucksäulen, die das Portal einrahmen, sind jedenfalls vom Feinsten.
Auch beim Rundgang um die Kirche herum lohnt sich der Blick nach oben, sonst bleiben die schönen Kapitele verborgen. Was lernt uns das? In Italien immer ein Fernglas dabei haben.
Mit Abstand betrachtet erscheint die Kathedrale als harmonische architektonische Einheit aus hellem Stein.

Genauer betrachtet erweist sich jedoch schnell, dass dieser Eindruck sehr trügerisch ist.
Zwar besteht das Gotteshaus überwiegend aus weißem Marmor. Doch wurde eine Vielzahl rötlicher und grauer Steinblöcke verbaut, die wohl zum großen Teil aus antiken Gebäuden der Römerzeit recycelt wurden.