Mit dem Besuch von drei Kirchen geben wir uns nicht zufrieden. Nach einem sicher leckeren Mittagsimbiss, an den ich mich aber nicht wirklich erinnere, blieb noch der späte Nachmittag für die gärtnerisch gebändigte Natur.
Östlich der engeren Altstadt und jenseits des Etsch befindet sich im Stadtteil Veronetta seit mehr als 600 Jahren das Anwesen der Familie Giusti. 1406 kauften die Giustis dieses damals an einer wichtigen Handelsstraße gelegene und auf einer Seite von der Stadtmauer begrenzte Areal, um dort eine Färberei zu betreiben. Ende des 16. Jahrhunderts entschied sich der aktuelle Giusti, die Gebäude der Färberei in einen Palazzo umzubauen und dahinter einen Garten im Stile der Medicis anzulegen. Dieser Garten brachte der Familie neben berühmten Besuchern wie Goethe, Mozart und Co. auch die Erlaubnis des österreich-ungarischen Herrscherhauses, ihren Namen in Giusti del Giardino zu erweitern.
Unmittelbar hinter dem Palazzo wartet der Ehrenhof auf den Besucher. Von dort führt eine von Zypressen gesäumte Allee zentral durch einen formalen Garten im französischen Stil hinauf zum Obergarten mit seiner hinter einer aus dem Fels gehauenen Fratze versteckten künstlichen Grotte.

Rechts der zentralen Allee steht eine stattliche, mehr als 600 Jahre alte Zypresse, deren Stamm man hier noch links im Bild sieht. Heute wird sie als Goethe Zypresse bezeichnet, weil der Dichterfürst sie bei seinem Besuch 1817 angeblich mit seiner Bewunderung würdigte.

Über die neun Quadrate des formalen Gartens verteilt stehen aus Stein gehauene Abbilder griechisch-römischer Götter und Göttinnen wie Diana, Venus, Atalanta, Apollo und Adonis. Einige wurden auf Versatzstücken des antiken Rom platziert.


Welcher antike Gott hier die steinernen Augen gegen die Abendsonne abschattet, ist mir verborgen geblieben.


Auch Brunnen dürfen natürlich in keinem Renaissancegarten fehlen.
Im Barock kam – à la mode – ein Labyrinth als Lustbarkeit hinzu, das 1945 nach alten Darstellungen wieder rekonstruiert auch heute zum Lustwandeln einlädt.





