Wie jetzt? Osterglocken? In Bali? Nein, darauf bezieht sich der Titel nun ganz gewiss nicht. Vielmehr war ich an den selbstverliebten Jüngling erinnert, der sich in Ovids Metamorphosen im Wasser spiegelt. Nur, dass hier die weibliche Variante Oberwasser hat.
Gewiss, das letzte Exemplar in der Reihe passt nicht wirklich zum Bild des schönen Jünglings bei Ovid. Andererseits: Wer sagt, dass es Schönheit braucht für Selbstverliebtheit? Und wahre Schönheit liegt, wie man weiß, im Auge des Betrachters.

Nicht die Mädels aus Stein (oder ist es doch Beton?) weckten die Assoziation. Diese Grazien hier rechts inspirierten mich zu dem Titel, und noch viele mehr, denen wir bei unserem Besuch im Tirta Gangga übe den Weg liefen. Auch wenn sie ihr Spiegelbild nicht mehr im Quell schauten, sondern es per Handykamera bannten, um es ganz sicher in Echtzeit mit aller Welt zu teilen.
Tirta Gangga, der heilige Ganges, ist ein Wasserpalast, der vom letzten Raja von Kangarasem angelegt wurde. Und zwar erst in der zweiten Hälfte der 1940er Jahre. Der Name des Palasts mit seinen Teichen, Brunnen und einem Schwimmbecken geht der tourismusfördernden Legende zufolge auf eine göttliche Eingebung zurück, die der Raja unter einem Licheebaum meditierend von Mutter Ganges höchstselbst gesendet bekam. Ein bißchen Mystik hat noch jeden Besucherstrom anschwellen lassen.

Und wie die Touristen strömen. Allerdings erst seit 1970. In diesem Jahr wurde der Wasserpalast mit seinen Gartenanlagen wieder und dem Tourismus geöffnet, nachdem er 1963 der Eruption des Gunung Agung zum Opfer gefallen war und wieder rekonstruiert werden musste. Die Anlage hat durchaus ihren Reiz, auch wenn sie – wie offenbar so vieles auf Bali – nicht wirklich historisch genannt werden kann.



Die einstigen Wohngebäude des Palastes sind auch heute noch – privat.





