Vielleicht war es der Kontrast zur Volksfeststimmung und der Enttäuschung, dass der schwimmende Tempel nunmehr auf Rasen gebettet ist. Vielleicht hat der Ort aber auch wirklich eine ganz besondere Atmosphäre. Der Pura Luhur Batukaru, auf gut 800 m Höhe an der Südflanke des zweithöchsten (wohl erloschenen) Vulkans Balis, Gunung Batukaru, mitten in überbordender Vegetaion so ziemlich im geographischen Zentrum der Insel gelegen, wurde zu einem unserer ganz klaren Tempelfavoriten auf Bali. Praktisch keine Touristen, himmlische Ruhe und eine Familie vertieft in ein Ritual, das waren die Bausteine für ein besonderes Erlebnis.
Die Tempelanlage, wird heute als einer der neun Tempel betrachtet, die alle Regionen der hinduistischen Welt repräsentieren und diese mit Göttlichkeit ausfüllen, und gilt als eines der sechs Nationalheigtümer Balis, die die Insel in jeder Himmelsrichtung vor bösen äußeren Einflüssen schützen sollen.
Was hier so archaisch wirkt, ist jedoch gar nicht so alt. Der Tempel soll im 11. Jahrhundert als Staatstempel des Königreichs Tabanan gegründet worden sein. Im Zuge eines vom Nachbarreich Buleleng angefachten (und letztlich wohl nicht erfolgreichen) Territorialkriegs wurde die Anlage 1605 jedoch zerstört und lag bis 1959 in Trümmern. Erst dann wurde er wieder aufgebaut und erhielt ab 1977 auch die Unterstützung der Inselregierung.
