In Ubud, das sich seit der Niederlage der balinesischen Königreiche gegen die niederländischen Invasoren Anfang des 20. Jahrhunderts ab den 20er Jahren als kulturelle Hauptstadt der Insel etablieren konnte, wurden wir zu Initianden einer für uns neuen Kunstform. Das Museum Puri Lukisan wurde zum Ort dieser Initiation. Dort wird eine herrliche Sammlung von Malereien im Stil von Batuan präsentiert. Ohne despektierlich sein zu wollen, kann dieser Stil am besten mit dem Begriff Wimmelbilder beschrieben werden.
Das Entstehen dieser Malform steht in einem unmittelbaren und ursächlichen Zusamenhang mit der Auslöschung bzw. dem Niedergang der Königshäuser als Sponsoren sakraler Malerei, der Umgestaltung der Gesellschaft durch die niederländischen Kolonisatoren und dem einsetzenden Tourismus. All das legte die Grundlage dafür, dass aus den sich selbst im Kontext religiöser Kunstwerke als Kunsthandwerker verstehenden Malern nun Künstler wurden, die für einen neuen Markt von Touristen und Sammlern zu produzieren begannen. Im Zentrum stand und steht das Kunsthandwerker-/Künstlerdorf Batuan in der Mitte zwischen Klungkung, Ubud und Gianyar liegt.
Die religiösen Themen, die noch den Kamasan Stil prägten und in der Kerta Gosa in Klungkung bewundert werden können, wichen angesichts des Unverständnisses, das die neuen Käufer für diese Themen teilten, immer mehr weltlichen Darstellungen. Es entstand zeitgleich (und insbesondere ab den 30er Jahren) ein Stil, den man wohl am besten als Synthese der Kamasan-Tradition mit europäischen Einflüssen unter den Bedingungen der Kommerzialisierung beschreiben kann. Ein deutscher Künstler namens walter Spies, der sich 1927 auf Bali niedergelassen hatte, hatte wohl Anteil am Enstehen dieser Malform… Mittlerweile gibt es ganze und sehr spannende Bücher über Batuan und die herausragenden Künstler dieses Stils. Aber die Bilder sprechen auch einfach für sich.
Faszination Batuan.






















