Nach dem Tee im Heritage Hotel ging es weiter nach Kotagede, einem noch recht traditionellen Viertel von Yogya. Gegründet wurde der Ort im 16. Jahrhundert als Hauptstadt des Sultanats Mataram, das sich bis ins 19. Jahrhundert und über sein eigentliches Bestehen hinaus auch heute noch durch eine synkretistische Kultur auszeichnet, in der der Islam ebenso seinen Platz findet wie animistische, hinduistische und sogar buddhistische Traditionen. Davon sollten wir an diesem Tag später noch ein lebendiges Beispiel erleben!
Zunächst wollten wir uns jedoch einen königlichen Friedhof, eine ebnsolche Moschee und einige der sogenannten Kalang Häuser ansehen. Ebenso wie im südindischen Chettinad oder südchinesischen Kaiping (Guangdong) und sogar auf Jinmen frönten auch in Kotagede reiche Kaufleute javanischen und balinesischen Ursprungs im 19. Jahrhundert einem geradezu polyglotten Lebensstil, der sich nicht zuletzt in der Architektur ihrer pompösen Häuser bis heute wiederspiegelt: eine höchst eklektische Mischung aus traditionell javanischen und europäischen Stil- und Dekorationselementen. Was wir letztendlich sahen, war durchaus pittoresk, in der Gesamtheit aber so scheußlich, dass sich beim Fotografieren die Linse gekrümmt hätte. Also beschränke ich mich hier auf die Dokumentation eines modern-muslimischen Fashion Shootings vor eklektischer Deko…



