Obwohl das Sultanat heute nur noch wenig praktische Bedeutung hat, werden im Keraton von Yogyakarta die künstlerischen Traditionen noch gepflegt. Im Zentrum steht der höfische Tanz, der auf vorislamische Formen zurückgeht und eine enge Verwandschaft mit anderen südostasiatischen und indischen Tanzkulturen aufweist, die in erster Linie vom Hinduismus geprägt wurden. Die begleitende Musik weist Elemente des balineischen Gamelan auf und erinnerte uns darüber hinaus sehr stark an traditionelle höfische japanische Musik. Dreimal in der Woche findet in einem eigens dazu errichteten Pavillon im Palast das von exakten Bewegungen in Zeitlupe geprägte und bei 35 Grad im Schatten dennoch schweißtreibende Tanztraining statt. Klar, dass wir uns das nicht entgehen ließen.






Ganz besondere Bedeutung kommt den Handgesten zu.

Dass mir ja niemand auf die Idee kommt, ich sei fotografisch ausschließlich an jungen Frauen – oder einer jungen Frau – interessiert gewesen! Auch die älteren Semester hatten ihren Reiz.

Der anschließende Besuch des sogenannten Wasserpalastes Taman Sari war touristisches Pflichtprogramm, hatte es aber schwer nach der schweißtreibenden Performance der Tänzerinnen.


Am Abend ging es dann noch nach Malioworo, um ein wenig Batik zu shoppen und Zugtickets für die Weiterfahrt nach Osten in ein paar Tagen zu erstehen. Ganz zufällig hatten wir am Abend zuvor in einem veganen Restaurant ein Getränk bekommen, das unverwechselbar Pathimugham (alias Sappan Wood, alias Secang) enthielt, was ich auf der letzten Stippvisite in diversen Läden in Little India verzweifelt gesucht und letztlich bei einem Gemüsehändler aus Kerala gefunden hatte. Welche Überraschung, dass diese Holzflocken auch hier als Bestandteil von Getränken bekannt sind. Leider gelang es nicht, nur Pathimugham zu bekommen. Immer war es nur Bestandtteil von Kräutermischungen in Einzelverpackung… Immerhin bekamen wir ein paar sehr schöne Batikstoffe und die Zugtickets ohne Probleme.



