Vom Dach der Gungthang Pagode aus konnten wir in einem benachbarten Klosterhof eine stetig wachsende Menschenmenge beobachten. Da musste also irgendetwas los sein… Bisher hatte es sich in Asien immer gelohnt, sich in größere Menschenansammlungen einzureihen. Und wenn es am anderen Ende der Schlange nur eine besondere Leckerei war…
Zunächst standen in diesem Hof jedoch alle nur ungeordnet in der Gegend herum, beobachtet von uns, von einigen Mönchlein…


und anderen Pilgern, die es sich so bequem gemacht hatten, wie es eben ging.


Irgendwann bildete sich dann ziemlich plötzlich doch noch aus dem Nichts hereus in das Nichts hinein eine Menschenschlange.


Dann fingen auch noch eine ganze Reihe von Pilgern an Kathas, die tibetischen Begrüßungsschals, zu entfalten und neu zu falten.


Damit war klar, dass hier mindestens ein hochrangiger Lama zur Audienz bitten würde. Mit Müh und Not war dann herauszubekommen, dass man hier sehnsüchtig wartete, um zu einem der lebenden Buddhas des Klosters vorgelassen zu werden. Niemand wusste allerdings zu sagen, wann denn der Einlass starten würde. Und so fassten sich denn alle in Geduld – und gaben uns weiter Gelegenheit zum Beobachten.
… und wurden selbst begutachtet, mal nur unauffällig aus dem Augenwinkel, mal ganz direkt.
Am Ende öffnete sich dann doch keine Tür zur Audienz bei einem lebenden Buddha, und auch kein hoher Lama gab sich die Ehre.
Gleichmütig löste sich die Menge auf und verschwand in Richtung Neustadt, um sich nach dem langen und vergeblichen Warten erst einmal zu stärken. Nachdem wir nun trotz des hellen Sonnenscheins langsam kalte Füße bekommen hatten, schien es das Beste, es den Pilgern gleichzutun.







