Ob alles besser gewesen wäre, wenn wir diese Vokabel schon gekannt hätten? Wer weiß? Unser Roller fuhr auf ebener Straße nur noch maximal 25 km/h. Die Abfahrt hinunter vom Pura Besakih war abenteuerlich, da wir außer der Motorbremse fast nicht bremsen konnten und der Motor das im Gegenzug auch übel zu nehmen schien. Da war nichts zu machen. Also ging es im Schneckentempo und mit der Hoffnung, dass wir überhaupt ankommen würden zu unserem nächsten Quartier auf der Inselrundfahrt. Alle Abstecher, die ich entlang und abseits der Strecke noch geplant hatte, konnten wir uns abschminken.

Das Übernachtungsquartier wartete in der Caldera eines riesigen vor etwa 20000 Jahren explodierten Vulkans links neben dem großen dunklen Lavafeld, das den Ausbruch des Gunung Batur von 1963 markiert, der sich in dieser Caldera erhebt. Von Kintamani, einem Ort am Südwestrand der Caldera sah das Szenario schon ziemlich schräg aus. Seinen letzten Ausbruch hatte der Batur im Jahr 2000, und aktiv ist er weiterhin.

Aber was dann kam, ließ uns das schlimmste befürchten. Über eine gewundene und sehr steile Straße ging es hinunter in die Caldera und und Richtung Norden durch Lavafelder hindurch zu unserem Quartier. Wie sollten wir da am nächsten Morgen mit der kaputten Karre bloß wieder hochkommen. Vor unserem geistigen Auge sahen wir uns schon schwitzend schieben. Denn in der Caldera herrschte über der schwarzen Lava eine brütende Hitze.
Kurz vor Einbruch der Dunkelheit erreichten wir unsere Hütte. Ohne jegliche Hoffnung versuchten wir unserem Wirt klarzumachen, dass unser schrottiger fahrbarer Untersatz dringend eine Reparatur benötigte.
Und dann – ein Wunder! Nur 300 Meter südlich sollte sich eine von außen absolut nicht als solche zu erkennende Werkstatt existieren. Einmal ganz abgesehen davon, dass uns absolute Dunkelheit einhüllte und wir die Hand kaum vor Augen sahen. Ein toko reparasi! Als wir die Karre dort hinschoben wurden wir von bellenden Hunden auf Abstand gehalten, und die Familie saß beim Abendessen und wollte sich nur ungern stören lassen. All das wirkte wenig vertrauenenserweckend. Und wir gingen mit sehr gemischten Gefühlen wieder weg. Wir sollten am nächsten Morgen wieder vorbeikommen nach dem Frühstück. Ob ich das Problem wirklich hinreichend hatte schildern können? Und wo sollten die Ersatzteile herkommen?
Ziemlich unsicher trabten wir zurück. Der Pool konnte uns nicht mehr locken, denn die brütende Hitze war längst der Kälte der Nacht gewichen. Abwarten, Däumchen drehen, Bier trinken, hoffen. Und dann ins Bett.
Wir hatten es bis zuletzt nicht glauben können, aber die Karre war am folgenden Morgen wieder fahrbereit. Da mussten Heinzelmännchen am Werk gewesen sein. Die Jungs von der Werkstatt hatten wirklich eine Nachtschicht eingelegt und den Roller wieder fahrtüchtig gemacht. Er lief besser denn je! Und das ganze kostete einen Appel und ’n Ei. Unglaublich!
So konnten wir genüßlich einmal den Gunung Batur umrunden und fuhren dann sogar auf einer Straße aus der Caldera hgeraus, die wir vielleicht sogar ohne Reparatur geschafft hätten. Auf der Weiterfahrt nach Nordwesten bot sich uns dann aus der Ferne noch ein super Blick mit Gunung Batur im Vordergrund vor Gunung Abang (hinter dem Baum!) und dem Gunung Agung mit seinen 2900 m am Horizont im Osten.
